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Man kann hin und wieder lesen, Albrecht Dürer sei
auch in Riga gewesen, - während seiner Reise 1520/21. Das ist wohl nur
Legende, denn Riga liegt wahrlich nicht auf dem Weg von den Niederlanden
nach Nürnberg, aber vielleicht ist es wahr, dass in der St. Petrikirche
für kurze Zeit ein Marienbild gestanden hat. Das nebenstehende kleine
Bild vom Jesuskind entstand im Jahre 1493, als Dürer gerade mal 22 Jahre
alt war. Er war damals auch auf Reisen, und zwar zu Martin Schongauer im
elsässischen Colmar. Das Bild ist eine kleine Kostbarkeit, - im Original
gerade so groß wie eine Postkarte, 9x11 cm auf Pergament, einem kleinen
Lederstück also.
Das Motiv erinnert an spätgotische Altäre, wo das
Jesuskind auf den Armen Marias irgendein Attribut in den Händen hält, -
einen Granatapfel, ein Musikinstrument oder wie auf unserem Gemälde: die
Weltkugel. Vielleicht ist unser kleines Gemälde so etwas wie eine
Teilstudie für eine große Madonnendarstellung mit Kind.
Die Weltkugel in den Händen eines Kindes. Man mag
dabei an Psalm 8 denken: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge
hast du eine Macht zugerichtet,... Was ist der Mensch, dass du seiner
gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ Schon
früh hat man diese Verse auch auf Christus bezogen. Worin besteht die
Größe des Menschen? Darin, dass er sich herab beugen kann. Was ist das
Tiefste, wozu der Mensch fähig ist? Dass er andere berührt. Wo kommen
wir der Perfektion am nächsten? In der Liebe. Wodurch bringt Gott uns
Heil und öffnet uns den Himmel? Indem er wurde wie wir, verletzlich,
angreifbar und sich kreuzigen ließ. Gott hat uns und die Welt gewonnen,
nicht besiegt.
Pastor Dr. Martin Grahl
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Der Gemeindebrief Dezember 2011 - Februar 2012 findet sich hier.
Sonntäglich findet
in
Riga deutschsprachiger Gottesdienst statt.
Ein Vortrag über die Umsiedlung der
Deutschbalten von Martin Grahl findet sich hier auf
deutscher Sprache, bzw. auf
Lettisch.
Ein Buch über den Christlich jüdischen Dialog von
Martin Grahl können Sie als pdf-Datei lesen
auf Deutsch, in
Lettisch und auf Russisch. (Dabru
emet auf Lettisch ist eine extra Datei.)
Einen Aufsatz über die
Dreifaltigkeitskirche in Liepaja ist als pdf-Datei ebenfalls
hier zu lesen.
Zum Thema "Allegorie" hat
Martin Grahl ein Buch geschrieben: "Das Wort Gottes und seine
allegorische Auslegung", Der Kreuzaltar des Münsters von Doberan;
ISBN 978-3-8416-0120-9; es ist über
www.Amazon.de zu beziehen und kostet 58 Euro. Einen Eindruck, worum
es dabei geht, gibt dieser kleine Aufsatz über
ein mittelalterliches Kirchenfenster zur Samaritergeschichte in
der Kathedrale von Bourges.
Ein
Heft zur Dreifaltigkeitsikone des
Andrej Rubljow:

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