Deutsche Ev.-luth. Kirche in Lettland
Vācu evaņġeliski-luteriskā baznīca Latvijā
German Evangelical – Lutheran Church in Latvia
Немецкая Евангельская Лютеранская Церковь в Латвии
www.kirche.lv

 

 
Home
Wer sind wir
Gemeindebrief
Kalender
Predigt - Pfingsten
Predigt - Jubilate
Predigt - Rogate
Krippenspiel 2006, 2007, 2008
Einladung zum Gebet
Deutsche im Baltikum
Links
   Kirchenlinks
   Institut./Organ. 
   Hilfe für Touristen
Galerie 1
Galerie 2
Bilder Jugendfahrt
Winter 2010
Domus Rigensis
Adressen
Liturgie
Späte soziale Wende in Lettland
Zelte in Riga
Lyrik von Martin Grahl

Spendenkonto
der Kirchgemeinde

 

 
 

 
 

70 Jahre ist es her

 

Im Herbst 1939 wurden die Deutschen aus dem Baltikum „umgesiedelt“ in das gerade von Hitler besetzte Polen, den „Warthegau“. Am 24. August 1939 war ein Vertrag in Moskau unterschrieben worden, der die Länder zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich aufteilte wie Diebesbeute. Man sprach beschönigend von „Interessensphären“. Am 1. September 1939 griff die Deutsche Wehrmacht Polen von Westen an, am 17. des gleichen Monats die Rote Armee vom Osten her. Am 28. September wurde ein Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Vertrag angefertigt, das festlegte, dass die Deutschen das Baltikum zu verlassen hätten. Das Deutsche Reich verhandelte entsprechend über die Köpfe der Betroffenen hinweg mit den Regierungen von Estland und Lettland. Damit war das Schicksal der Deutschbalten beschlossen. Spätestens jetzt wurde den beiden baltischen Regierungen klar, was gespielt wurde. Sie waren verkauft und verschachert worden. Mehr als 50.000 Deutsche aus Lettland verloren damals ihre Heimat. Ihre neue „Heimat“ war gestohlenes Land und blieb ihnen gerade einmal 6 Jahre, bevor sie aus ihm fliehen mussten, weiter gen Westen.

Die Umsiedlung 1939 war nur der Beginn von weiterer Migration, von Verschleppung und Massenmord. Bald nach der sowjetischen Besatzung setzten die ersten Deportationen nach Osten ein. Als die Deutsche Wehrmacht Lettland besetzte, begann schon in den ersten Tagen der Judenmord. Zum Ende des Krieges retteten sich Zehntausende Letten ins Exil gen Westen. In der erneuten sowjetischen Okkupationszeit wurden in zwei Schüben wieder Zehntausende nach Sibirien verschleppt. Dafür siedelte man Hunderttausende aus dem Osten in Lettland an, unter ihnen viele, die selbst Deportation und Vertreibung hinter sich hatten, wie zum Beispiel die Russlanddeutschen, die immerhin die Hälfte unserer Gemeinde ausmachen.

Wir haben in einer Veranstaltung von „domus rigensis“ am 14. Oktober 2009 der Umsiedlung gedacht.

Hier ist der Vortrag von Martin Grahl auf Deutsch und auf Lettisch nachzulesen.

 

 

Als die Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen im Jahre 1991 ihre Unabhängigkeit wieder erlangten, entstanden viele Initiativen, um die historischen Verbindungen zwischen Deutschland und dem Baltikum wieder zu beleben. Besonders die Deutschbalten, die aus Lettland und Estland stammen, pflegen intensive Kontakte zu Menschen und Institutionen in ihrer früheren Heimat. Der Verein DOMUS RIGENSIS wurde 1992 auf lettische Initiative hin von Deutschbalten und Letten in Riga gegründet. 

DOMUS RIGENSIS hat heute rund 250 Mitglieder aus Deutschland und aus Lettland. Der Verein unterhält im Menztendorffhaus in der Altstadt von Riga ein Deutschbaltisch-Lettisches Zentrum, dessen Geschäftsstelle eine Drehscheibe von Kontakten zwischen Deutschen und Letten geworden ist. Ziel ist die Pflege des gemeinsamen kulturellen Erbes der Stadt Riga und die Begegnung von Menschen, die sich für Riga und Lettland interessieren. Der Verein verfolgt keine politischen oder wirtschaftlichen Ziele, sondern dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken.

Zu den domus rigensis Tagen 2010 Anfang Juli siehe:

www.domus-rigensis.eu