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Im Traubental des Gelobten Landes
schnitten die Kundschafter eine Rebe mit einer Weintraube ab und trugen
sie zu zweit auf einer Stange. Vierzig Tage hatte die Erkundung
gedauert, und sie erzählten Mose: Es ist wirklich ein Land, in dem Milch
und Honig fließen!
(aus 4. Mose 13, Bild: Fries am Bremer Dom
1919)

Als
um 1200 Missionare und Händler an das Ostufer der Ostsee vordrangen,
waren die Bedingungen hart. Sie hätte hier vergebens nach solch riesigen
Früchten Ausschau gehalten. Und dennoch, es war ein Landstrich, an dem
man reich werden konnte. Die Hanse, die viele Städte in Norddeutschland
so reich gemacht hat, verdankte viel dem Osthandel. Im Unterschied zu
Ostpreußen, siedelten Deutsche in Livland nur in Städten. So verloren
sich auch die einheimischen Sprachen nicht wie anderswo. Estnisch und
Lettisch haben sich erhalten und es sind eigene Nationalstaaten
entstanden.
Heute
befindet sich das Baltikum politisch gesehen zwischen Ost- und
Westeuropa. Es ist die Ostgrenze der Europäischen Union, aber auch viele
Russen leben hier. Und es ist eines der Länder Europas, in dem sich die
Wirtschaftskrise besonders hart auswirkt. Nun gibt es die Hoffnung, dass
man die Talsohle durchschritten hat. Ganz allmählich könnte es wieder
aufwärts gehen. Lettland könnte eigentlich auch zu den Ländern gehören,
in denen „Milch und Honig fließen“. Dorthin scheint es aber noch ein
weiter Weg zu sein.
Wirtschaftlicher Fortschritt und soziale Selbstverständlichkeiten sind
notwendig und erstrebenswert. Aber das genügt uns nicht, wir haben noch
höhere Ansprüche. Wir sind unterwegs zum „Gelobten Land“ auch in anderer
Hinsicht. Als Glaubende sehen wir auch auf das Unsichtbare, wie es der
Hebräerbrief sagt. Wir suchen und brauchen das Heil unserer Seele. Und
das kommt nicht erst dann, wenn dazu die Voraussetzungen eines äußerlich
sorgenfreien Lebens gegeben sind, was es wohl nie auf Erden geben wird.
Wir finden Heil im Trost, in Hoffnung und Liebe. Wir erwarten echtes
soziales Miteinander. Das Heil beginnt mit der Verheißung: Gott ist bei
uns. Er begleitet uns auf den Wegen, die uns zum besseren Miteinander
führen.
Ihr
Pastor Dr. Martin Grahl
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Der Gemeindebrief September - November 2010 findet sich hier.
Sonntäglich findet
in
Riga deutschsprachiger Gottesdienst statt.
Ein Vortrag über die Umsiedlung der
Deutschbalten von Martin Grahl findet sich hier auf
deutscher Sprache, bzw. auf
Lettisch.
Ein Buch über den Christlich jüdischen Dialog von
Martin Grahl können Sie als pdf-Datei lesen
auf Deutsch, in
Lettisch und auf Russisch. (Dabru
emet auf Lettisch ist eine extra Datei.)
Einen Aufsatz über die
Dreifaltigkeitskirche in Liepaja ist als pdf-Datei ebenfalls
hier zu lesen.
Ein
Heft zur Dreifaltigkeitsikone des
Andrej Rubljow:

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